20.02.2026 | Barmherzige Brüder Saffig
Zukunft gestalten. Gemeinsam und von Mensch zu Mensch.
BBT-Region Koblenz-Saffig
Es war ein Jahr der Weichenstellungen in der BBT-Region Koblenz-Saffig. Die Dienstgemeinschaft, bestehend aus rund 3.800 Mitarbeitenden musste in den vergangenen zwölf Monaten mit vielen Herausforderungen und Veränderungen umgehen und war dabei überaus erfolgreich. In einem ausführlichen Interview blicken die beiden Regionalgeschäftsführer Andrea Reinhardt und Jérôme Korn-Fourcade auf ein bewegtes Jahr zurück. Sie sprechen über Begegnungen, personelle Veränderungen, strategische Entwicklungen, Bauprojekte, Transformation und darüber, was die BBT-Region Koblenz-Saffig heute trägt und morgen stark macht.

Frau Reinhardt,
Sie sind als Regionale Geschäftsführerin in der BBT-Region Koblenz-Saffig im
August 2025 dazugekommen. Wie war das vergangene halbe Jahr für
Sie? Mit welchen persönlichen Eindrücken verbinden Sie die vergangenen Monate?
Andrea Reinhardt: Die vergangenen Monate waren für
mich eine intensive und sehr bereichernde Zeit. Besonders prägend waren die
vielen Begegnungen mit den Menschen in unseren Einrichtungen. Ich habe Mitarbeitende
erlebt, die mit großer Hingabe, fachlicher Kompetenz und einem klaren Fokus auf
die ihnen anvertrauten Menschen arbeiten. Diese Haltung ist tief in der
BBT-Gruppe verankert und hat mich von Beginn an beeindruckt.
Gleichzeitig war das
erste halbe Jahr stark vom Ankommen und Kennenlernen geprägt: das Einarbeiten
in die verschiedenen Geschäftsfelder und das Hineinwachsen in die
Dienstgemeinschaft macht mir viel Freude. Es ist eine hohe Dynamik durch die
Stärkung der Regionen spürbar. Begleitet wird all dies von der
Weiterentwicklung der BBT-Gruppe mit klaren Schwerpunkten auf eine
zukunftsweisende Strategie und zentralen Transformationsthemen. Diese Mischung
aus Nähe zu den Menschen und gemeinsamen Fortschritt empfinde ich als sehr
motivierend.
Herr
Korn-Fourcade, ein ereignisreiches Jahr 2025 liegt hinter uns. Worauf blicken
Sie im Besonderen zurück und wie fällt das erste Fazit für die Einrichtungen
der BBT-Gruppe in unserer Region aus?
Jérôme
Korn-Fourcade: Das Jahr 2025 war in der Tat sehr ereignisreich und vor allem
geprägt von der Fortsetzung des Generationenwechsels bei unseren Chefärzten am
Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur. Wenn wir den zum Januar 2026
vollzogenen Wechsel in unserer Geriatrie mit hinzuzählen haben wir im
vergangenen Jahr sechs Chefärzte in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Für die beiden Psychiatrischen Fachkliniken St. Elisabeth Lahnstein und der
Barmherzigen Brüder Saffig haben wir zur Jahresmitte mit Dr. Esther Jacobi
ebenfalls eine neue Chefärztin und Ärztliche Direktorin in unserer
Dienstgemeinschaft begrüßen dürfen. Trotz dieser vielen personellen Wechsel ist
es uns in allen drei Krankenhäusern gelungen deutlich mehr Patientinnen und
Patienten zu behandeln als in 2024. Das ist eine großartige Leistung unserer
Kolleginnen und Kollegen und vor allem mit Blick auf die Branchenentwicklung
insgesamt alles andere als selbstverständlich.
Aber
nicht nur im medizinischen Bereich hat es personelle Veränderungen gegeben. Im
Direktorium des KKM haben wir seit Anfang 2025 mit Daniel Frank einen neuen
Pflegedirektor und mit Frank Mertes seit August einen neuen Direktor für
Unternehmenskultur. Andrea Reinhardt und ich wurden in die Position der
Regionalgeschäftsführung für die BBT-Region Koblenz-Saffig eingeführt. Damit
einhergehend war
die Umsetzung unserer neuen Rechtsträgerstruktur ein großer Schwerpunkt, die
wir zum Jahreswechsel erfolgreich abschließen durften.
Welche Weichenstellungen waren für die Region besonders wichtig?
KF: Die Vorbereitung des neuen Landeskrankenhausplans in unserem Bundesland Rheinland-Pfalz und die damit verbundenen Auswirkungen der Krankenhausreform im vergangenen Jahr haben uns sehr beschäftigt. Für das St. Elisabeth in Lahnstein haben wir eine Erweiterung unseres Versorgungsauftrags in Form von 20 zusätzlichen Betten im Bereich der Gerontopsychiatrie und 10 zusätzlichen tagesklinischen Plätzen in diesem Bereich erhalten und an unserem KKM-Standort in Montabaur haben wir die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts unserer Zentralen Notaufnahme beim Gesundheitsministerium beantragt. In Welschneudorf im Westerwald haben wir die erste Filialpraxis unseres Hausarzt-MVZ LandarztPlus eröffnet.

AR: Auch in den anderen Geschäftsfeldern unserer Region konnten viele Themen vorangebracht werden. Der Medizincampus Koblenz und der Studiengang Physician Assistant sind jeweils in ihr zweites Jahr gegangen und der Bildungscampus Koblenz ist als eigene Gesellschaft ausgegliedert worden. In diesem Zuge wurde auch die Strategie unserer Bildungsdienste nochmal überarbeitet und aktualisiert. In unserem Seniorenzentrum in Plaidt sind die Bereiche Tagespflege und Betreutes Wohnen operativ gestartet und in der Eingliederungshilfe am Standort Saffig wurde ein zusätzliches Angebot im Bereich der Gerontopsychiatrie konzipiert, das jetzt in 2026 in die Umsetzung gehen soll.
JKF: Es war also wieder viel los in unserer Region und die Kolleginnen und Kollegen können zurecht sehr stolz darauf sein, was trotz der nach wie vor schwierigen politischen Rahmenbedingungen alles erreicht wurde.
Sie sprechen es
gerade an, die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd und auch die
Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt werden zunehmend schwieriger. Welche
Schwerpunkte setzen Sie 2026, um Fachkräfte zu gewinnen, zu binden und
weiterzuentwickeln und welche neuen Wege geht die Region dabei?
AR: Alle unsere
Angebote, egal ob im Bereich der Gesundheitsdienste, in den Seniorendiensten,
der Teilhabe oder in der Bildung basieren auf dem Grundsatz „von Mensch zu
Mensch“. Oder ganz konkret ausgedrückt: Wir arbeiten als Menschen, mit Menschen
und für Menschen. Von daher ist das Thema Fachkräfte für uns natürlich von
zentraler Bedeutung und besitzt eine sehr hohe Priorität. Im Zuge der
Weiterentwicklung unserer Prozesse im Personalmanagement stellen wir gerade
sowohl den Bereich Recruiting als auch den Bereich der Personal- und
Organisationsentwicklung personell und inhaltlich neu auf. Gleichzeitig
adressiert auch unser Transformationsprozess die Themen Führung und
Zusammenarbeit. Beides sind wichtige Elemente für eine nachhaltige
Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden.
Transformation und Weiterentwicklung der unterschiedlichen Leistungsbereiche werden für die BBT-Gruppe auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen. Aber was bedeutet dies 2026 ganz konkret für unsere Region? Wo und wie werden Mitarbeitende, Patient*innen, Bewohner*innen oder Klient*innen den Wandel im Alltag erleben können?
JKF: Zum Jahresbeginn
2026 sind wir in eine neue Phase unseres Transformationsprozesses in der
BBT-Gruppe gestartet. Nach den ersten Erfahrungen in unterschiedlichen Formaten
gilt es nun unsere Prinzipien und Ziele in den einzelnen Regionen in die
Umsetzung zu bringen und somit auch spür- und erlebbar zu machen. In einem
ersten Schritt werden wir bis Mai alle Führungskräfte aller Einrichtungen der
Region vertieft in einem separaten Format mit dem Thema Transformation vertraut
machen. Darüber sollen möglichst viele Kolleginnen und Kollegen in kurzer Zeit
konkreteren Kontakt zum Thema bekommen. Gleichzeitig wächst die Anzahl der
Projekte und Initiativen die wir in diesem Sinne betrachten und das in allen
Geschäftsfeldern unserer Region.
AR: Erste konkrete
Erfahrungen haben wir im Rahmen unseres Projekts zur Etablierung der
sogenannten „CAN-MED-Methodik“ in der praktischen Ausbildung unserer
Physiotherapieschüler machen können. Hier wird bereits in der Ausbildung auf
das Thema rollen- und kompetenzbasiertes Arbeiten abgestellt. Unser
Bildungscampus und das Therapiezentrum als Ort der praktischen Ausbildung,
arbeiten dort interprofessionell zusammen. Das Feedback der Schülerinnen und
Schüler ist nach etwas mehr als einem Jahr der Erprobung sehr gut und auch aus
dem Bereich der direkten Patientenversorgung bekommen wir überaus positive
Rückmeldungen in Bezug auf die Themen Zusammenarbeit der Berufsgruppen und
Patientenzufriedenheit.

Mehrere Bau- und Entwicklungsprojekte prägen die Standorte der BBT Region Koblenz-Saffig. Welche Vorhaben stehen 2026 im Fokus und welche strategische Bedeutung haben sie für die Weiterentwicklung?
JKF: Am KKM werden uns neben der weiteren Konkretisierung unserer Standortkonzentration in Koblenz vor allem die beiden Projekte Ärztehaus und KiTa-Erweiterung am Marienhof begleiten. Am Standort Montabaur sollen die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt der Zentralen Notaufnahme starten und in Lahnstein soll neben der Errichtung einer gerontopsychiatrischen Station ein neuer Außenbereich der geschützten Station und zusätzlicher Parkraum entstehen. All diese Projekte und Maßnahmen zielen darauf ab, neben der personellen Ausstattung und Innovation bei medizinischen Behandlungsverfahren, auch die Infrastruktur unserer Einrichtungen zukunftssicher aufzustellen und den vielen Herausforderungen im Gesundheitswesen weiter gerecht zu werden.

AR: Am Standort
Saffig möchten wir unterjährig die in 2025 konzipierte und geplante
24er-Einheit für ein gerontopsychiatrisches Angebot im Bereich der
Eingliederungshilfe realisieren und auch an unserem Standort der Werkstatt für
behinderte Menschen in Plaidt sind weitere Investitionen und bauliche
Ergänzungen geplant. Zudem wird der Bildungscampus in der David-Röntgen-Straße
in Koblenz in 2026 nochmal räumlich erweitert, um Platz für unsere
Ausbildungsangebote in den Pflegeberufen zu schaffen. Es gibt also auch
infrastrukturell einige Themen die uns 2026 beschäftigen werden und es ist ein
tolles Zeichen, dass wir als BBT-Gruppe in auch gesamtgesellschaftlich
unsicheren Zeiten den Mut haben in die professionelle Versorgung und Begleitung
von Menschen zu investieren.

Die Region
vereint unterschiedliche Geschäftsbereiche von Gesundheit über Seniorendienste
bis hin zu Teilhabe und Bildung. Wo sehen Sie 2026 die größten
Entwicklungspotenziale, und wie stärken Sie das Zusammenspiel der Bereiche?
JKF: Die beiden
vergangenen Jahre 2024 und 2025 hatten an den Standorten Lahnstein und Saffig,
aber auch in den Psychotherapeutischen Praxen unserer MVZs, einen starken Fokus
auf das Cluster seelische Gesundheit. Hier erleben wir nach wie vor wachsenden
Bedarf und auch ein sowohl wichtiges wie auch bereits gut ausgeprägtes
Zusammenspiel mit den Angeboten in unserem Therapiezentrum. Gleiches gilt für
unser Hausarzt-MVZ LandarztPlus. Im Zuge der zunehmenden Ambulantisierung von
medizinischen Leistungen sind unsere MVZ-Strukturen und unsere ambulanten
Prozesse in den Krankenhäusern die großen inhaltlichen Zukunftsthemen die uns
auch im laufenden Jahr weiter beschäftigen werden.
AR: Ein sehr gutes
Beispiel für das Zusammenspiel unterschiedlicher Bereiche und Geschäftsfelder
ist unser Bildungscampus. Durch eine starke Zusammenarbeit stellen so für alle
Einrichtungen der Region sowohl die Sicherung von Fachkräftenachwuchs als auch
von Weiterqualifizierungen sicher. Auf der anderen Seite absolvieren die
Auszubildenden am Campus einen Großteil ihrer praktischen Einsatzzeit in den
Einrichtungen der Region. Deshalb wollen wir die Angebote im Bereich Bildung
auch konsequent erweitern und mindestens einen weiteren Ausbildungsgang in
Gesundheitsfachberufen mit hinzunehmen.
Im
Zuge des demographischen Wandels rücken insgesamt alle Geschäftsfelder die wir
anbieten im Sinne der Betreuung von Menschen in einer alternden Gesellschaft enger
zusammen. Da hilft der Mix an unterschiedlichen Qualifikationen und Stärken aus
allen Bereichen.
Wenn Sie den Mitarbeitenden der Region einen gemeinsamen Ausblick auf 2026 geben: Welche Haltung und welche Einladung verbinden Sie persönlich mit diesem Jahr?
AR: Für 2026 verbinde ich vor allem eine Haltung der gemeinsamen Verantwortung, des Vertrauens und der Offenheit für Veränderung. Wir stehen in einer Zeit, in der sich vieles weiterentwickelt. Strukturen, Rollen und Arbeitsweisen. Mir ist wichtig, dass wir diesen Weg nicht als Einzelne, sondern als Dienstgemeinschaft gehen, in der jede und jeder mit der eigenen Kompetenz und Erfahrung gehört wird.
JKF: Meine persönliche Einladung an alle Mitarbeitenden ist, 2026 als Gestaltungsjahr zu verstehen: neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung aktiv mitzugestalten. Transformation gelingt dort am besten, wo wir uns gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und den Menschen, für die wir da sind, weiterhin in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Wenn uns das gelingt, kann 2026 ein Jahr werden, in dem wir gemeinsam wachsen. Fachlich, menschlich und als Region innerhalb der BBT-Gruppe.


