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11.05.2021

Ein Erfahrungsbericht

Ein Erfahrungsbericht

Physiotherapieschule in Corona-Zeiten

Lernen in Zeiten von Corona – ein Erfahrungsbericht

… und plötzlich war alles anders. Plötzlich galt es, einen Beruf virtuell zu erlernen, der davon lebt, ihn im Umgang mit den Menschen zu lernen. Corona – was hat das mit den mehr als 500 Schülerinnen und Schülern am Bildungscampus Koblenz des Katholischen Klinikums gemacht? Die beiden Physiotherapie-Schülerinnen Sarah und Antonia geben in ihrem ganz persönlichen Rückblick einen beeindruckenden Blick in den Corona-Alltag am Campus.

„Das Glas ist halb voll und nicht halb leer.“ Dieser Spruch, den unser Schulleiter immer wieder sagte in den vergangenen Monaten, ist einer voller Hoffnung, Zuversicht und Mut. Er begleitete uns durch die langen Tage Zuhause und auf unserem Weg zur Normalität. „Homeoffice“, so lautete am Abend des 13. März die Nachricht, ein landesweiter Lockdown trat in Kraft. Eine komplette Ausnahmesituation, aus der es galt, das Beste zu machen.

Schon bald stellte sich uns die Frage, wie lässt sich ein Beruf wie dieser über den PC in einer rein theoretischen Form vermitteln? Das wäre ja, als würde man einen Maurer Tetris spielen lassen, damit er lernt eine Wand zu bauen. Der Beruf als Physiotherapeut lebt ja eigentlich von dem sozialen Miteinander und dem Behandeln ganz nah am Menschen?!

Okay, der praktische Teil wurde erstmal auf Seite geschoben, um in der Theorie voranzukommen. Tagtäglich wurden wir von einer Eigenarbeit zur nächsten schriftlichen Ausarbeitung gejagt. Und so vergingen die Wochen. Die Zeit im Homeoffice wurde immer länger, der Nacken fing an zu schmerzen und die Augen wurden von Tag zu Tag viereckiger. Die Motivation wurde geringer und das tägliche „Zuhause sitzen“ wurde immer nerviger. In der Schule herrschte gähnende Leere. Nur die Lehrer fand man an Ort und Stelle, geplagt von Anrufen und vollen E-Mail-Posteingängen.

Irgendwann hieß es dann, wir dürfen zurück! Endlich zurück in die Schule, unter Leute, voller Hoffnung etwas zu erleben. Doch dann saßen wir da, in zwei getrennten Räumen, mit Maske, auf Abstand am Einzeltisch. Wochenweise haben wir die Räume gewechselt, sodass jeder die Möglichkeit hatte am Präsenzunterricht teilzunehmen. Recht schnell rüstete die Schule in Sachen technische Geräte zur Live- Übertragung auf.

Dann kam der Besuchereinweisungsdienst. Wir Schüler wurden in verschiedenen Betriebsstätten am KKM zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt, um die Angehörigen für knapp 20 Minuten zu den Patienten zu lassen. Das war super organisiert. Zwar machten es uns einige Angehörige echt nicht leicht. Sie versteckten sich in Bädern oder Fluren, um heimlich länger im Krankenhaus zu bleiben. Aber die meisten Besucher waren verständnisvoll und dankbar, dass wir mit diesem Dienst den Besuch ihrer Angehörigen ermöglichten. Während dieser Zeit wurden wir durch spendierte Süßigkeiten und das gemeinsame Pizzaessen auf Station belohnt. Alles war anders. Aber es fühlte sich richtig an.

Dennoch konnten wir kaum erwarten, als es endlich wieder so weit war: Wir hatten das GO, es hieß „back to the roots“! Es kehrte ein kleines Stück Normalität zurück. Die Arbeit am Patienten konnte weitergehen. Anfangs mit großer Verwirrung bei den Patienten, einige waren übervorsichtig und andere fragten, sobald sie in der Kabine waren: „Kann ich jetzt die Maske ausziehen?“ (Ähem, nein, natürlich nicht!) Auch im Krankenhaus auf den Fluren musste man manchmal umkehren, weil man versehentlich vergessen hatte, dem Patienten die Maske anzuziehen. Nach und nach kehrte der „normale“ Ausbildungsalltag für uns zurück. Die Behandlungen konnten Im Krankenhaus ganz normal weitergeführt werden, worüber wir sehr dankbar waren. Einen großen Spaß hatten wir auch bei der Jerusalema-Aktion, bei der sich einige Schüler durch das gesamte Klinikum tanzten. Das Gefühl der Gemeinschaftlichkeit prägte diese Zeit besonders.

Im Homeoffice lief es von Mal zu Mal besser. Wir erlebten viele lustige Videokonferenzen, bei denen man nicht nur die technischen Fähigkeiten der Lehrer erleben konnte, sondern auch Einblicke in ihre häusliche Einrichtung hatte. Die Zeit Zuhause reduzierte sich allmählich, bis wir wieder in der Schule am Präsenzunterricht teilnehmen konnten. Mit einer Top-Ausstattung, deren Bedienung für den einen oder anderen einige Hürden darstellte, konnten endlich die Behandlungstechniken ausgebaut werden.

Die bisherige Situation verlangte und verlangt uns allen immer noch einiges ab, dennoch sind wir sehr dankbar für alles, was das Schulteam für uns auf die Beine stellen konnte! Wir hatten und haben trotz allem eine tolle Zeit an der Physiotherapieschule und in den Praxiseinsätzen. Wenn Ihr auch Spaß an der Arbeit mit Menschen habt, denen Ihr helfen könnt, dann bewerbt euch am Bildungscampus Koblenz.

Wir freuen uns auf Euch! Sarah & Antonia

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